Medizin im Nationalsozialismus

Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am Samstag, den 28. Januar 2018 stellt das Medizinhistorische Museum seinen neuen Lern- und Gedenkort vor.

Am 20. November 2017 eröffnete im Medizinhistorischen Museum die Dauerstellung „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“. Die Auseinandersetzung mit der Medizin im Nationalsozialismus demonstriert die zivilisatorische Fragilität der medizinischen Forschung. Biologistische Ideologien bereiteten den Boden für Krankenmord und Genozid. Ärzte spielten bei der Propagierung, der Planung und der Durchführung der Taten eine Schlüsselrolle. Die Arbeit des Medizinhistorischen Museums ist eng mit Forschung und Lehre des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin verbunden. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am Samstag, den 28. Januar 2018 stellt das Medizinhistorische Museum seinen neuen Lern- und Gedenkort vor.

Im Medizinhistorischen Museum wird die Geschichte der modernen Medizin im historischen Ambiente erfahrbar: Das von dem Hamburger Baudirektor Fritz Schumacher zwischen 1913 und 1926 errichtete Institutsgebäude mit Laboratorien, Hörsälen, Sektionssälen, Mikroskopiersaal und Versuchstierställen war ein Gebäudeensemble, das den neuen Forschungsanforderungen der Medizin entsprach.


Buchbare Gruppenführungen zur Ausstellung „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“:

Medizinverbrechen im Nationalsozialismus
„Euthanasie“ – mit diesem Euphemismus belegten die Nationalsozialisten ein Programm, mit dem sie allein in Hamburg mindestens 4.700 Menschen mit psychischen Erkrankungen oder körperlichen bzw. geistigen Beeinträchtigungen ermordeten. Eine Vielzahl weiterer Opfer wurde durch Zwangssterilisationen und medizinische Experimente verstümmelt. Die Ausstellung „Medizinverbrechen im Nationalsozialismus“ beleuchtet anhand beispielhafter Exponate die Biographien von Opfern und Tätern. Eine wandgroße Karte verdeutlicht die räumliche Dimension der Mordaktionen im besetzten Europa, verweist aber auch auf die Orte medizinischen Unrechts in Hamburg. Zahlreiche Original-Dokumente ermöglichen eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen und Zielen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik. Dabei wird auch die lange Vorgeschichte rassenideologischer, eugenischer und sozialdarwinistischer Ansätze seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert aufgezeigt.
Dauer: 60 Minuten
Maximale Teilnehmeranzahl: 25
Preis: 70,00 Euro plus 2,00 Euro p. P.

Medizin im Nationalsozialismus - Kurz-Workshop
Die Ausstellung zeigt einen kleinen Spielzeug-Eisenbahner. 2001 wurde die Figur in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz ausgegraben, wo in der NS-Zeit 30 000 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderungen ermordet worden sind, auch 25 Personen aus Hamburg. Das kleine Exponat ist ein Beispiel von vielen. Es erinnert an die zahlreichen unbekannten Opfer der „Euthanasie“-Morde. Was hat sein Besitzer wohl erlebt? Welche Rolle spielten Ärzt/innen, Pflegekräfte oder Angehörige? Wie konnte so etwas möglich werden? Anhand konkreter Objekte machen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Biographien von Opfern, aber auch der Täter vertraut. Weitere Materialien und Dokumente ermöglichen eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen und Zielen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik (Rassenideologie, Sozialdarwinismus). Dabei soll auch der Blick auf aktuelle ethische Fragen geschärft werden.
Dauer: 90 Minuten
Maximale Teilnehmeranzahl: 25
Zielgruppeninformation: Jugendliche ab 16 Jahren
Preis: 50,00 Euro plus 2,00 Euro p. P.

Medizin im Nationalsozialismus - Projekt-Workshop
Eine Schwesternbrosche, eine kleine Spielzeugfigur, ein gynäkologisches Untersuchungsinstrument – ausgehend von einzelnen Objekten nähern sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema Medizin im Nationalsozialismus. Welche Bedeutung hatten die Dinge in ihrer Zeit? Welche Geschichte lässt sich mit ihnen erzählen? Und wofür stehen die Exponate heute in der Ausstellung? Das Projekt gibt den Teilnehmer/innen Zeit, eigene Assoziationen einfließen zu lassen und knüpft an die vorhandenen Kenntnisse zur NS-Zeit an. In Kleingruppen erforschen die Schüler/innen anschließend „ihr“ Objekt, erkunden die Ausstellung und sammeln Informationen. Die konkreten Objekte machen die Schülerinnen und Schüler mit den Biographien von Opfern, aber auch der Täter vertraut. Materialien und Dokumente ermöglichen eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen und Zielen der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik (Rassenideologie, Sozialdarwinismus). Die Ergebnisse können in Form von Collagen, Präsentationen oder Videos zusammengefasst werden und ermöglichen die Weiterbearbeitung des Themas in der Schule.
Dauer: 180 Minuten
Maximale Teilnehmeranzahl: 25
Zielgruppeninformation: Jugendliche ab 16 Jahren
Preis: 85,00 Euro plus 2,00 Euro p. P.

Der Museumdienst berät Sie und bucht Ihre Wunschveranstaltung. Kontaktieren Sie uns per
E-Mail info@museumsdienst-hamburg.de oder
Telefon: 040 428 131 0
Die Infos zu allen Angeboten finden Sie auch auf unserer Website unter: www.museumsdienst-hamburg.de/katalog


Abbildung: Dorothea Buck, Der Schmerz. 1938/2017

Allgemeine Informationen

Öffnungszeiten: Mi, Sa und So - 13:00 bis 18:00 Uhr

Öffentliche Führungen: Sonntags findet um 15:00 Uhr eine öffentliche Führung statt. Kosten: Nur Museumseintritt.

Eintrittspreise:
Eintritt: 6 €
Ermäßigt: 4 €
Ermäßigungsberechtigt sind:
UKE-MitarbeiterInnen, SchülerInnen, Studierende, Auszubildende, Arbeitslose, SozialhilfeempfängerInnen und Schwerbehinderte. Für Rollstuhlfahrer besteht ein barrierefreier Zugang.

Medizinhistorisches Museum Hamburg
Fritz Schumacher-Haus (Haus N30.b)
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
040 7410 - 57172 medizinhistorisches-museum@uke.de